Yin Yoga und das Wasser Element – Eine 60 Minuten-Reise zu Tiefe, Ruhe und innerer Klarheit
- Stefanie Altmann

- 19. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
In unserer modernen, schnellen Welt verlieren wir oft den Kontakt zur inneren Ruhe – genau hier setzt Yin Yoga an. In diesem Blogbeitrag möchte ich mich voll und ganz meiner Lieblingsyogaart widmen und dir eine 60-minütige Yin Yogaeinheit an die Hand geben, die passend auf unsere aktuelle Jahreszeit – dem Winter – zugeschnitten ist.

Neben der Praxiseinheit erfährst du ebenfalls, warum gerade Yin Yoga die Zahnseide für unsere mentale Gesundheit ist und wie Yin Yoga das Wasser Element stärkt. Los geht’s.
Wie Yin Yoga die mentale Gesundheit stärkt
Im Yin Yoga sind wir langsam unterwegs. Wir sind quasi wie ein Faultier auf der Matte. Doch ist Yin Yoga weit mehr als klassisches Dehnen oder entspannt auf der Yogamatte herumliegen.
Diese langsame Praxis verbindet stille Dehnungen, langes Halten und achtsames Spüren mit einer heilsamen Wirkung auf Körper, Geist und emotionale Balance.
Yin Yoga wirkt nicht nur körperlich, sondern besonders tief auf das Nervensystem.
Durch das lange Halten der Positionen entsteht ein meditativer Zustand, der:
das parasympathische Nervensystem aktiviert
Stresshormone reduziert
emotionale Blockaden löst
Klarheit und Fokus stärkt
die Fähigkeit verbessert, innere Ruhe zu halten
So schafft Yin Yoga Raum, um die eigenen Grenzen wahrzunehmen, Angst zu regulieren, Mut zu entwickeln und wieder Vertrauen in den eigenen Weg zu finden.
In meiner hier beschriebenen 60-minutige Yogareise möchte ich explizit das Wasser‑Element ansprechen. Dieses Element ist eng verbunden mit Intuition und Resilienz – Qualitäten, die wir für mentale Gesundheit dringend brauchen.

Wie Yin Yoga und das Wasser Element zusammenhängen
Yin Yoga wirkt gezielt auf das fasziale Gewebe, die Gelenke und die Energielinien des Körpers.
Die Meridiane des Wasser‑Elements – Niere und Blase – verlaufen entlang der Beinrückseiten, im unteren Rücken und durch die Körpermitte.
Emotionale Qualitäten dieses Elements sind:
Ruhe
Urvertrauen
innere Klarheit
die Fähigkeit, loszulassen
Mut und Entschlossenheit
Das Wasser‑Element steht in der Traditionellen Chinesischen Medizin für Tiefe, Stille, Intuition und Lebensenergie. Es ist das Element des Winters und symbolisiert die Fähigkeit, zurückzuziehen, zu regenerieren und Kraft zu sammeln.
Ein ausgeglichenes Wasser‑Element schenkt dir Gelassenheit und eine klare Intuition. Ein erschöpftes Wasserelement hingegen zeigt sich oft in Erschöpfung, Nervosität, innerer Unruhe oder dem Gefühl, ständig „funktionieren“ zu müssen.
Yin Yoga hilft, diese Energie wieder ins Fließen zu bringen – ganz sanft, aber tiefgreifend. Gespannt auf die Praxis? Dann rolle deine Matte aus.
Bevor es los geht – Was du brauchst, damit sich die Yin-Einheit voll entfalten kann
Ganz wichtig – eine Yogamatte. Es darf gerne eine Matte aus Schurwolle sein. Alterativ kannst du auch eine kuschelige Decke darüberlegen, damit du es dir bequem machst. Gerne noch ein zwei Kerzen oder ein gedämmtes, warmes Licht.
Ich lege dir ans Herz mit Hilfsmitteln zu arbeiten. Bolster, Decken und ein Yogablock sind immer eine gute Wahl und unterstützen dich zusätzlich beim Loslassen.
Für den komplette Stille zu „hart“ ist, dem empfehle ich eine sanfte Musik. Am besten ohne Gesang.
And last but not least. Ich arbeite gerne mit einer Stoppuhr. Dann ich während der Asanas meinen Kopf ausschalten.

Deine 60‑Minuten Yin Yoga Einheit – Wasser‑Element
Die folgende Sequenz ist für einen kompletten 60‑Minuten‑Flow ausgelegt. Jede Haltung wird 3–5 Minuten gehalten.
1. Ankommen & sanftes Erwachen – 5 Minuten
Lege dich bequem auf den Rücken. Beginne mit kleinen, wellenartigen Bewegungen, die das Wasser in deinem Körper symbolisieren:
Streife mit den Fingerspitzen sanft über den Boden
Lass die Füße seitlich über die Matte gleiten
Spüre das Becken schwer werden, die Schultern sinken
Nimm deinen Atem wie ein ruhiges Wellenrauschen wahr
Mit jeder Ausatmung erlaubst du dir, ein Stück tiefer anzukommen.

2. Reverse Butterfly – 5 Minuten
Lege einen Block, darüber ein Bolster (eine gerollte Decke) ans Ende deiner Matte.
Setze dich davor. Bringe die Fußsohlen zusammen, die Knie sinken weit nach außen. Diese Pose öffnet den Nierenraum und lässt den Atem frei durch die Körpermitte fließen.

→ Rebound 1 Minute (z.B. wie ein Seestern auf der Matte liegen und nachspüren)
3. Caterpillar / Raupe – 5 Minuten
Eine tiefe Vorbeuge, die den Blasenmeridian entlang der Körperrückseite stimuliert. Beine gestreckt. Lass den Kopf schwer hängen, Rücken darf rund werden. Gerne Hilfsmittel nutzen. Atme in den unteren Rücken und gib dem Körper Zeit, sich zu entfalten. Erlaube dir, loszulassen – körperlich und emotional.

→ Rebound 1 Minute (z.B. Beine vor dir aufstellen und langsam von links nach rechts fallen lassen. Nachspüren)
4. Dragonfly / Grätsche im Sitzen – 5 Minuten
Diese Haltung öffnet die Beininnenseiten und senkt den mentalen Druck.
Dafür Beine grätschen (nur 60 % des Maximums). Kopf schwer. Rücken darf rund werden. Gerne Hilfsmittel nutzen. Mit jedem Atemzug darfst du tiefer in die Weite der Pose sinken. Stell dir vor, du schaffst Raum für einen klaren Geist.

→ Rebound 1 Minute (z.B. Beine vor dir aufstellen und langsam von links nach rechts fallen lassen. Nachspüren)
5. Seagras / Seegras – 5 Minuten
Diese Haltung beruhigt das Nervensystem und unterstützt den Rückzug ins Innere. Der Blutfluss wird harmonisiert, und der Geist kommt zur Ruhe. Perfekt, um das Wasser‑Element energetisch zu öffnen.
Lege dir ein Bolster oder eine gerollte Decke unter dein Kreuzbein. Beine in gen Decke. Hände entspannt über dem Kopf am Boden ablegen. Wirken lassen.

6. Sphinx – 5 Minuten
Öffne deine Vorderseite – ein schöner Ausgleich zu den Vorbeugen.
Komm in Bauchlage. Unterarme auf Schulterhöhe abgestellt. Kopf heben. Nicht strecken. Versuche auch in dieser Haltung schwer zu werden und loszulassen.
Diese Haltung stärkt die Wirbelsäule, wirkt belebend auf den Nierenbereich und bringt Licht in das Wasser‑Element, das oft dunkel und schwer wirken kann.

→ Rebound 1 Minute (z.B. auf dem Bauch liegen und nachspüren)
7. Shoelace / Schnürsenkel – 2 x 5 Minuten
Konzentrierte Hüftarbeit für gespeicherte Emotionen. Das Wasser‑Element steht auch für Angst – hier darf sich Spannung lösen. Bleibe ganz präsent, ohne zu bewerten.
Bringe ein Bein über das andere. Füße am Boden auseinanderlaufen. Oberkörper über die gekreuzten Beine beugen.

→ Rebound 1 Minute (z.B. Beine vor dir aufstellen und langsam von links nach rechts fallen lassen. Nachspüren)
8. Doppelte liegende Drehung –2 x 5 Minuten
Beide Beine im 90 Grad Winkel anwinkeln. Becken anheben, etwas nach rechts verlagern. Beine nach links ablegen. Kopf zur entgegengesetzten Seite oder Richtung Decke. Hände z.B. in Kaktushaltung.

Nach 5 Minuten Seitenwechsel.
Ein sanfter Twist massiert die Nierenregion und bringt Energie ins Fließen. Gib dich der Drehung hin wie einer sanften Strömung.
9. Shavasana – 6 Minuten
Nein, es ist noch nicht Zeit aufzustehen und den Abwasch zu machen!
Gönne dir diese 6 Minuten und integriere, was du vorher praktiziert hast.

Bringe nach 6 Minuten wieder etwas Lebendigkeit zurück in deinen Körper, indem du Füße und Finger sanft bewegst. Lasse die Bewegungen zunehmend größer werden. Auch ein loslassendes Gähnen ist erlaubt.
Komme über eine Seite deiner Wahl zurück ins Sitzen und bedanke dich bei dir, dass du dir Zeit für deine Yogapraxis genommen hast.
Ich hoffe, diese Praxis hat dir genauso gut getan wie mir. Wenn dem so ist, hinterlasse mir gerne einen Kommentar.




Kommentare